Wednesday, 27 November 2013

Adam Ostolski: Ökologie ist in Polen ein mühsames Geschäft

Friedemann  Kohler: Herr Ostolski, war Polen ein guter Gastgeber für die Weltklimakonferenz?

Adam Ostolski: Die Konferenz hat leider die Befürchtung der ökologischen Bewegung bestätigt, dass Polen in der Klimapolitik keine positive Rolle spielt. Die Regierung verfolgte ein Alles oder Nichts. Sie wollte erreichen, dass alle Staaten der Welt sich in der Klimapolitik einigen – sonst lohnt es sich nicht, etwas zu tun. Polen verwarf damit das Konzept von Vorreiterschaft, dass einige Staaten, zum Beispiel die Europäische Union ehrgeizigere Ziele verfolgen als andere. Zweitens hat Polen die Klimakonferenz benutzt, um Lobbyarbeit für Kohleenergie zu betreiben.

Friedemann  Kohler: Warum ist Kohle so wichtig für die polnische Wirtschaft?

Es gibt Gründe, sich für polnische Kohle einzusetzen. Fast 90 Prozent unserer Energie stammt aus fossilen Brennstoffen. Polen hat eigene Braunkohle, und die Förderung lohnt sich. Steinkohle müssen auch wir importieren. Kohle zu beschränken würde große Verwerfungen in der Wirtschaft bedeuten, nicht nur im Bergbau, sondern auch in den Kraftwerken und anderen Branchen. Es fragt sich aber, ob die polnische Regierung zurecht so stark auf die Kohle setzt.

Selbst wir als polnische Grüne wollen keinen sofortigen und vollständigen Abschied von der Kohle. Wir wollen aber, dass die Regierung die ersten Schritte in die richtige Richtung macht. Das wäre ein Modernisierung des Leitungsnetzes, denn etwa die Hälfte der Energie geht beim Transport verloren.

Energiesparen ist überhaupt ein wichtiges Thema beim Klimaschutz, und das würde keineswegs einen sofortigen Ausstieg aus der Kohle bedeuten. Aber wenn man den Klimawandel leugnet und gar nichts tut, muss später alles auf einmal geschehen, und dann werden die gesellschaftlichen Kosten riesig sein.

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